Der Sportbetrieb steht für die Ice Dogs und die weiteren Eishockey-Mannschaften des EVP weiterhin still. Von der Erlaubnis in Kleingruppen im Freien trainieren zu dürfen, macht der Verein bislang keinen Gebrauch. „Wir haben noch keine Information vom Bayerischen Eissport-Verband erhalten. Erst wenn die erfolgt ist, werden wir anfangen“, sagt der Sportliche Leiter Alexander Herbst.

Auch für die Hauptversammlung mit Neuwahlen des Vorstands gibt es noch keinen Termin. „Es gibt ja die gesetzliche Beschränkung von maximal 50 Personen bei einer Versammlung im Freien. „Zu uns kommen diesmal aber garantiert mehr“, ist sich Herbst sicher. Schließlich gibt es zwei Gruppierungen, die beide versuchen werden, die Ämter zu besetzen (wir berichteten). Zu der einen gehören unter anderem Herbst und der ehemalige EVP-Vorsitzende Steffen
Rein, von der anderen ist weiterhin öffentlich nur bekannt, dass Markus Gruber vom Golfclub Pottenstein Vorsitzender werden möchte.

Trotzdem ist beim EVP momentan Bewegung drin — etwa auf der Trainerposition. Marco Bär, während der Abstiegsrunde der vergangenen Saison eingesprungen, wird kommende Spielzeit nicht mehr der Coach sein. „Ich hätte ihn sehr gerne gehalten, er war ja sehr erfolgreich“, sagt Herbst. Die Bilanz ist eindeutig: Bei acht Spielen stand Bär an der Seitenlinie und holte acht Siege. Am Ende standen die abstiegsgefährdeten Ice Dogs plötzlich auf dem ersten Platz der Abstiegsrunde. Mehr geht nicht.

Zeit für Klassenverbleib
Wie Bär zu diesem Amt gekommen war, ist einigermaßen kurios: Sein Sohn spielt im Nachwuchsbereich des Höchstadter EC, der eine Spielgemeinschaft mit  dem EV Pegnitz bildet. „Bei einem Spiel gab es eine Schlägerei“, plaudert Bär am Telefon, „mein Sohn wurde dann für acht Spiele gesperrt.“ Nun hatte der Vater Zeit, die Ice Dogs zum Klassenverbleib zu führen.

Als Retter will sich Bär nicht sehen. „Nach dem ersten Spiel gegen Selb waren die sieben Spiele danach ein Selbstläufer. Die Jungs haben einfach daran geglaubt, was ich ihnen erzählt habe.“ Und das wäre? „Dass ich nicht zum Bauchpinseln hier bin, sondern um den Klassenerhalt zu schaffen.“

Warum Bär nun nicht mehr Trainer der Pegnitzer ist, hat ebenfalls mit seinem Sohn zu tun. Robin wird demnächst 17 Jahre alt, er ist Bärs viertes Kind und soll genau wie die älteren Geschwister in den Genuss kommen, mit dem Papa ausgiebig das Autofahren üben zu können. „Da fehlt mir dann einfach die Zeit“, sagt Bär, der in Nürnberg wohnt.

Jungspieler bleiben
Also muss Herbst einen neuen Trainer finden. Die Suche hat bereits begonnen. „Ich habe mich mit einem Kandidaten getroffen, der genau das ist, was ich suche“, sagt Herbst. Der Kandidat hat nämlich bereits in der Bayernliga und im Nachwuchsbereich trainiert, „er stellt genau die Verbindung zwischen dem Jugend und dem Erwachsenenbereich dar“. Nur: Es gibt mindestens einen weiteren Interessenten in der Region.

Auch bei den Verpflichtungen für die Mannschaft tut sich was. So werden die Jungspieler Paul Lindmeier und Leopold Trautmann den Ice Dogs erhalten  bleiben. Auch Kilian Schauer, die bisherige Nummer drei des Landesligateams, wird weiter zum Kader gehören. „Ich will, dass er mehr Spielzeit bekommt. Er ist sehr talentiert und soll in zwei Jahren zu einem gut ausgebildeten Landesligatorhüter werden“, sagt Herbst.

Noch offen ist, wer in Zukunft die Ausländerstellen besetzen wird. „Es sollen maximal zwei Spieler werden, aber da soll der neu Trainer dann mitentscheiden.“ Ist der Neue vielleicht doch wieder der Alte? „Es war eine super Zeit in Pegnitz“, sagt Marco Bär, „jetzt warten wir mal, was sich bei den Ice Dogs tut. Falls Alex am Ende SOS funkt, können wir reden.“

Bericht: Nordbayerische Nachrichten, Bild: Andreas Beil

Landesliga 2019/2020